
30 Samen
Aussaat: März bis Juli
Pflanzabstand: 60 cm zwischen den Pflanzen und 80 cm zwischen den Reihen
Ernte: ca. 50 Tage nach dem Auspflanzen
Desert-Tomatillo (Physalis crassifolia)
Desert-Tomatillo (Physalis crassifolia Benth.)
Diese Art gehört zu den rätselhaftesten Pflanzen unserer Samensammlung. Sie stammt aus dem Norden Mexikos und wächst in der Wüste bis auf eine Höhe von etwa 1500 Metern.
Beginnen wir mit dem englischen Namen Yellow Nightshade: Eine wörtliche Übersetzung als „gelbe Belladonna“ wäre jedoch falsch, da die echte Belladonna einer anderen Gattung (Atropa) angehört. Der Begriff Nightshade („Nachtschatten“) verweist hier auf die Giftigkeit der Pflanze.
Im Spanischen bleibt dagegen die Bezeichnung Tomatillo erhalten, ein Name, der allgemein für essbare Physalis-Arten verwendet wird. In der Sprache der Nāhuatl trägt sie den Namen Xaltomatl, also „Sand-Tomatillo“ oder „Wüsten-Tomatillo“ – ohne jeden Hinweis auf eine mögliche Giftigkeit.
Über die Essbarkeit dieser Früchte gibt es nur wenige wissenschaftliche Untersuchungen, doch wir können das Rätsel lösen: Alle Pflanzenteile dieser Nachtschattengewächses sind giftig – mit Ausnahme der vollständig ausgereiften Beeren.
Der Xaltomatl darf nur verzehrt werden, wenn der Kelch vollständig vertrocknet ist und die Beere eine attraktive gelbe Farbe mit rosafarbenen Nuancen angenommen hat. Im Reifestadium fallen die Früchte von selbst zu Boden – wer sie dort sammelt, kann sicher sein, dass der richtige Reifegrad erreicht ist.
Warum sollte man dieses Risiko überhaupt eingehen? Wegen des außergewöhnlichen Geschmacks: Karamell, Mango, Ananas und eine deutlich wahrnehmbare, aber schwer zu beschreibende Schlussnote. Ein dunkler, geheimnisvoller Geschmackseindruck, der für einen Moment den uralten Instinkt weckt, etwas potenziell Gefährliches zu kosten.
Ein reiner Eindruck? Vielleicht. Doch die aromatische Komplexität dieser Beeren überrascht jeden, der sie probiert.
Anbau
Die Pflanze liebt volle Sonne und lockere, sandige Böden. Sie benötigt nur sehr wenig Wasser, verträgt jedoch keine Staunässe.
In ihrer Heimat wächst sie mehrjährig, verträgt einen großen Temperaturbereich und produziert nahezu bis zum ersten Frost.
Da im Internet nur wenige Informationen über diese Art zu finden sind, stellen wir in der folgenden Sektion eine ausführliche zusammenfassende Kulturbeschreibung bereit.
Desert-Tomatillo (Physalis crassifolia Benth.)
Identität
Familie: Solanaceae
Gemeinsamer Name: Yellow Nightshade Groundcherry
Herkunft: Südwesten der USA und Nordmexiko
Wuchsform: Mehrjährige krautige PflanzeLebensraum
Habitat: Wüsten- und Halbwüstengebiete
Höhenlage: Bis etwa 1500 m
Boden: Sandig, kiesig und sehr gut drainiert
Standort: Volle Sonne
Klima: Trocken, äußerst trockenheitsverträglichMorphologie
Wuchs: Buschig bis niederliegend, Höhe bis etwa 80 cm
Stängel: Verzweigt und behaart
Blätter: Oval, dickfleischig, etwa 1–3 cm groß
Blüten: Gelb, einzeln stehend, glockenförmig
Frucht: Gelb-orange Beere in einer aufgeblähten, laternenförmigen Hülle; bis 1,5 cm lang und etwa 2 g schwerBlüte
Zeitraum: Frühling bis Sommer
Bestäubung: Durch InsektenKultur
Boden: Leicht, sandig und gut wasserdurchlässig
Bewässerung: Geringer Wasserbedarf
pH-Wert: Neutral bis alkalisch
Vermehrung: Durch SamenVerwendung und Giftigkeit
Frucht: Essbar nur bei vollständiger Reife
Giftige Pflanzenteile: Die gesamte Pflanze enthält Solanaceen-AlkaloideÖkologie
Eine wertvolle Pflanze für trockene Lebensräume: Sie unterstützt bestäubende Insekten in Wüstenregionen und eignet sich hervorragend für xerophile Gärten mit geringem Wasserbedarf.
Quellen: Flora of North America, USDA Plants Database, Southwest Desert Flora
