25 Samen
Aussaat: März bis Juni
Pflanzabstand: 60 cm zwischen den Pflanzen, 100 cm zwischen den Reihen
Ernte: etwa 120 Tage nach der Aussaat
Zertifiziertes Bio-Saatgut
Bardana Takinogawa BIO (Arctium lappa)
Nuovi Semi
Klettenwurzel Takinogawa – Bio (Arctium lappa): In Japan unter dem Namen Gobo bekannt, stammt dieses Gemüse ursprünglich aus Eurasien. Dort wuchs es jahrhundertelang vor allem als wild vorkommende Heilpflanze, bevor japanische Bauern es für die Verwendung als Gemüse kultivierten. Während der Edo-Zeit führte die züchterische Auswahl in der Region Takinogawa, heute ein Stadtteil des Tokioter Bezirks Kita, zur Entstehung dieser bedeutenden Sorte. Ihre Wurzeln wurden gezielt auf außergewöhnliche Länge sowie auf eine zarte und aromatische Beschaffenheit selektiert. So wurde aus einer Wildpflanze eine der wichtigsten Zutaten der traditionellen japanischen Washoku-Küche.
Die Pflanze wächst kräftig und kann bis zu zwei Meter hoch werden. Gleichzeitig ist sie ausgesprochen dekorativ, sowohl durch ihre großen, herzförmigen Blätter, die sich weich anfühlen und einen leicht gewellten Rand besitzen, als auch durch ihre leuchtend violetten Blüten. Der essbare Teil ist die lange Pfahlwurzel, die eine Länge von bis zu einem Meter erreichen kann. Für den Verzehr sollte sie im ersten Jahr, vor der Blüte, geerntet werden. Zu diesem Zeitpunkt ist sie zart und knackig; später wird sie zunehmend holzig.
Neben ihrer kulinarischen Bedeutung war die Verwendung der Pflanze in der Pflanzenheilkunde, etwa für Tees und Extrakte, einer der ursprünglichen Gründe für ihre Domestikation in ganz Asien. Noch heute wird die getrocknete und geröstete Wurzel verwendet, um einen wohltuenden Kräuteraufguss mit einem kräftigen, warmen Geschmack zuzubereiten, der als Gobo-cha bekannt ist.
In Japan findet die Wurzel in zahlreichen traditionellen Gerichten Verwendung, darunter Kinpira Gobo. Dafür wird sie in feine Stäbchen geschnitten und zusammen mit Karotten, Sesamöl, Sojasauce, Mirin und gerösteten Sesamsamen in der Pfanne gebraten. Auch für Schmorgerichte und die Misosuppe Tonjiru ist sie wichtig, da sie diesen Gerichten zusätzliche Geschmackstiefe verleiht. Dünn geschnitten kann sie außerdem frittiert oder geröstet werden und ergibt knusprige und bekömmliche Chips.
Im Garten dringt die kräftige Pfahlwurzel der Klettenwurzel tief in den Boden ein und trägt auf natürliche Weise dazu bei, verdichtete Lehmböden zu lockern und die Drainage in tieferen Bodenschichten zu verbessern. Damit sich die Wurzel im ersten Jahr gut entwickeln kann, sollte der Boden tiefgründig gelockert und von Steinen befreit werden.
Die Pflanze ist mehrjährig und frosthart. Im zweiten Jahr bildet sie ihre charakteristischen violetten Blütenköpfe, aus denen später die bekannten stacheligen Fruchtstände mit kleinen Haken entstehen. Diese Struktur wurde zu einem berühmten Beispiel in der Geschichte der Biotechnologie: Der Schweizer Ingenieur George de Mestral beobachtete, wie die Früchte im Fell seines Hundes hängen blieben, und ließ sich davon zur Erfindung des Velcro-Verschlusses inspirieren.
Man kann die Wurzeln einiger Pflanzen ernten und die kräftigsten Exemplare im Boden belassen. Im zweiten Jahr liefern diese reichlich Saatgut für die kommenden Saisons.
Was die Wasserversorgung betrifft, sollte im ersten Jahr regelmäßig gegossen werden. Ab dem zweiten Jahr kann die Bewässerung reduziert und nur während längerer Trockenperioden intensiviert werden.
Eine alte Kulturpflanze, die eine reiche und gesunde Ernte schenkt und gleichzeitig den Garten mit ihrer besonderen Schönheit und ihrem Charakter bereichert.

